Historisches Paralympics Gold für tamilischen Superheld

Tamilischer Hochspringer

Die Geschichte von Mariyappan Thangavelu könnte nicht besser für eine Kollywood [tamilische Filmindustrie] Verfilmung geschrieben sein: Von Appa verlassen, die Armut bezwungen, und jetzt in die Analen der Geschichte eingegangen.

Tragische Ereignisse in jungen Jahren

Im Alter von gerade einmal fünf Jahren spielte der junge Mariyappan wie so oft vor dem Haus der Eltern, als ihn ein staatlicher Bus erfasste. Die Ärzte konnten leider nichts mehr für ihn tun, so verlor er in jungen Jahren schon sein Bein. Die Klage gegen das staatliche Busunternehmen läuft noch immer.

Mariyappan Thangavelu stammt aus dem Dorf Periyavadagampatti bei Salem in Tamil Nadu und kommt aus ärmlichen Verhältnissen. Seine Amma arbeitet als Gemüseverkäuferin. Sein Appa verlies die Familie schon vor über 10 Jahren, so dass seine Mutter sich alleinerziehend durchsetzen musste. Nichtsdestotrotz schaffte Mutter Saroja es, ihrem Sohn eine sportliche Karriere zu ermöglichen und sogar, dass Mariyappan letztes Jahr sein BWL Studium abschliessen konnte.

Vom Volleyball zum Paralympics Hochsprung

Doch seine Leidenschaft für den Sport hat Mariyappan nie verloren. Anfangs wurde sein Talent für hohe Sprünge beim Volleyball entdeckt, wo er trotz seines Handicaps mit nur einem Bein höher sprang als seine Mitschüler, bis ein Lehrer ihn auf den Hochsprung aufmerksam machte. Mit 14 nahm er erstmals an einem Wettbewerb teil und überraschte das lokale Publikum, als er mit nur einem Bein besser sprang als die meisten anderen und sich den auf zweiten Platz schob.

Der gerade einmal 22-Jährige trainierte hart an sich, um sich für die Teilnahme an den Paralympics in Rio de Janeiro 2016 zu qualifizieren. Gestern, um 2:52 Uhr Morgens indischer Ortszeit, stand sein Dorf dann Kopf, als Mariyappan Geschichte schrieb.

Mit einem perfekten Anlauf setzte er zum Hochsprung von über 1 Meter 89 cm an, schaffte das Unglaubliche und sichert sich somit die dritte indische Goldmedaille aller Zeiten bei den Paralympics 2016.

Paralympisches Gold, und jetzt?

Nach dem Bekanntwerden seiner Goldmedaille lies der Premierminister Tamil Nadus, auf Druck der tamilischen Bevölkerung in der Heimat, verlauten, dass Mariyappan Thangavelu ein Preisgeld von 2,000,000 indischen Rupees bekommen soll (umgerechnet knapp 25.000 EUR). Was viele jedoch nicht wissen ist, dass seine Mutter noch heute eine medizinische Behandlung Mariyappans aus dem Jahre 2013 mit über 3,000,000 Rupees abbezahlt. So ist es nicht verwunderlich, dass es ihr sehnlichster Wunsch heute ist, dass ihr Sohn nach diesem Ruhm, nun einen gutzahlenden Job findet.

Das Team von TamilCulture Germany wünscht der Familie Thangavelu nur das Beste und wir hoffen, dass sich viele von Mariyappans Geschichte inspieren lassen. Die einmal mehr zeigt, dass man mit dem richtigen Willen, so einiges erreichen kann – selbst (Para)Olympia Sieger zu werden!

Picture Courtesy of Shuvro Ghoshal (Sportskeeda.com) 2016


Dieser Text stammt aus der Feder unseres Chefredakteurs Akilnathan Logeswaran.


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